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Neues Schnellwechselsystem für Fa. Magna
Autor: Johannes Schweigler, kaufmännischer Leiter und Vertrieb

Seit kurzem läuft die Produktion von Kunststoffteilen für die Automobilindustrie bei Magna Mirrors schneller und störungsfreier. Der Grund: ein modifiziertes Schnellwechselsystem von SAS Automation. Alle Medienanschlüsse besitzen hierbei eine definierte, verwechslungsfreie Position und zudem wurde ihre Anzahl von den üblichen 12 auf 18 erweitert.

Greiferwechsel an Roboterarmen so einfach wie der Objektivtausch an einer Kamera? Klingt nach Zeitsparen und weniger Verwechslungsgefahr beim Ankoppeln der medienführenden Leitungen. Wenn dann noch 18 statt der üblichen 12 Anschlüsse für Druckluft- beziehungsweise Vakuum sowie Greiferfunktionen zur Verfügung stünden, wäre das ein echter Gewinn für die Fertigung.

Über diese Art der Prozessoptimierung dachte Bernd Jonas, zuständig für Prozessautomation Kunststoffe bei Magna Mirrors GmbH & Co. KG, einem globalem Zulieferer in der Automobilbranche und Hersteller von Autospiegelsystemen aus Dorfprozelten, bereits seit Längerem nach. Neben den vollautomatisch operierenden Spritzgusszellen, gibt es Anlagen, bei denen der Maschineneinrichter den Greifer manuell wechseln muss. Das heißt: Schläuche lösen, Greiferplatte über eine Schwalbenschwanzführung aufziehen und Schläuche wieder richtig positionieren. Solange es sich nur um zwei Vakuumkreisläufe und eine Zange handelt, verläuft der Vorgang noch problemlos. Doch beispielsweise bei nestgetrenntem Abwurf, acht Vakuumkreisen oder Abtrennen der Schwimmhaut des Bauteils sind Fehler vorprogrammiert. Leicht kann man bei der Vielzahl der Leitungen oder bei unleserlichen Kennzeichnungen den Überblick verlieren. Zudem verlangen komplexere Steuerungsabläufe immer mehr technisches Wissen, das nicht alle Mitarbeiter mitbringen.

Teure Stillstandzeiten und zeitraubende Fehleranalysen sind die Folgen, wenn Zylinder nicht mehr ausfahren oder Schneidezangen offen stehen bleiben. Zusätzlich benötigen Werkzeuge und ihre Entnahmegreifer immer mehr Kupplungen um Vakuumsauger, Klappfinger, Angusshalter oder Spezialzylinder anzusteuern.

Flexibler Partner schafft Abhilfe

Ein Schnellwechselsystem schien die passende Lösung. Leider verfügen die meisten Produkte standardmäßig nur über 12 Anschlüsse und schieden somit als Alternative zur bisherigen Handarbeit aus. Mit SAS Automation Robotergreifsysteme GmbH fand Jonas den passenden und vor allem flexiblen Partner, der sich an die Aufgabe wagte und eine individuelle Kupplung mit 18 festinstallierten pneumatischen Schnittstellen entwickelte. Die Neukonstruktion, die unter dem Namen QSR/QST 160-18 vertrieben wird, realisierten die Karlsruher Spezialisten innerhalb von drei Monaten. Sie unterscheidet sich bis auf die sechs zusätzlichen Anschlüsse kaum von herkömmlichen Systemen. Lediglich die Breite in der X-Bewegung ist um 35 mm gegenüber der Standardvariante mit Schwalbenschwanzführung angewachsen. „Der Öffnungsweg hat sich dadurch etwas verkleinert, aber das fällt kaum ins Gewicht, da wir den Schnellwechlser hauptsächlich im Großtonnenbereich einsetzen“, erklärt Jonas. „Wichtiger ist, dass nun ausreichend Anschlussmöglichkeiten zur Verfügung stehen.“

Gerade bei der aufwändigen Herstellung der kratzempfindlichen Fußkappen für den BMW-Außenspiegel der 1-er Reihe sind 16 Medienzuführungen für die zahlreichen Fertigungsschritte notwendig. Sie reichen vom Abtrennen des Anguss´ über das Aufkleben spezieller Pads bis zur Konfektionierung in die Versandkiste.

Schnell und sicher

Dauerte die Rüstzeit bisher einige Minuten, hat sich der Austausch mittlerweile auf Sekunden reduziert. Der Einrichter muss nur noch den Greifer entriegelt, aus dem Kopfteil entnehmen, den neuen aufstecken und wieder verriegeln. Nachdem die wesentlichen Fehlerquellen ausgeschaltet wurden, kann auch der technisch weniger versierte Mitarbeiter die Maschine mit einem sicheren Gefühl bedienen. Denn Verwechslungen sind nahezu ausgeschlossen.

Lohnenswerte Anschaffung

Trotz anfänglicher Skepsis, ob sich die Investition lohne, ist man bei Magna vollauf zufrieden. Das neue System wurde zunächst auf zwei Anlagen installiert und funktioniert fehlerfrei. Sukzessive will das Unternehmen weitere der 25 Spritzgusseinheiten umrüsten. „Geht man von jährlich ein bis zwei Maschinenausfällen aus, die falsch verknüpfte Schläuche während der Nachtschicht verursachen, dann rechnet sich der finanzielle Einsatz im Nu“, resümiert Johannes Schweigler, kaufmännischer Leiter bei SAS.

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